Viele Unternehmer verschenken bares Geld!

Viele Unternehmer verzichten durch Unwissenheit auf den Vorsteuerabzug aus dem Ausland

Wer als Unternehmer von einem ausländischen Unternehmen eine Leistung bezogen hat, der kann die in Deutschland gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.

Grundsätzlich, das weiß jeder Unternehmer, ist es Pflicht, dem bezogenen Finanzamt quartalsmäßig oder auch monatlich die Summe der gezahlten Umsatzsteuer mitzuteilen. Dies läuft im Rahmen der sogenannten Umsatzsteuervoranmeldung und der errechnete Betrag wird dann am 10. des Folgemonats abgebucht.

Je nach Umsatz kommt hier in der Regel häufig eine nicht unerhebliche Summe zusammen, sodass jeder Unternehmer versucht ist, die Rückzahlung dieser Steuer zu verringern. Und das ist auch möglich, denn wer neben den Ausgangsrechnungen auch noch Eingangsrechnungen hat, der hat immer auch Vorsteuer zu zahlen. Die auf den Eingangsrechnungen notierte Vorsteuer darf der Summe der Umsatzsteuer gegenübergestellt werden und sorgt, je nach Überhang, für eine Umsatzsteuerzahllast oder eine Umsatzsteuertraglast.

Überwiegen die Eingangsrechnungen, d. h., das Unternehmen hat mehr Produkte gekauft oder mehr Dienstleistungen in Anspruch genommen als verkauft wurden, so wird die Differenz zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer erstattet. Ist das Gegenteil der Fall, so hat der Unternehmer den Differenzbetrag zu zahlen.

Doch was ist eigentlich, wenn der Geschäftspartner im Ausland sitzt?

Bei ausländischen Kunden auf die Vorsteuer achten

Für die Umsatzsteuer und die Vorsteuer hat der Gesetzgeber zahlreiche Regeln aufgestellt, zu denen auch die Vorsteuer bei Geschäften mit ausländischen Unternehmen gehört.

Grundsätzlich ist es zunächst so, dass Rechnungen, die ins Ausland gehen, ohne Ausweis der Umsatzsteuer ausgestellt werden müssen. Die Rechnungslegung erfolgt somit „Brutto für Netto“, wobei der Hinweis „Sonstige Leistung im Ausland zu versteuern“, „Leistungsempfänger ist Steuerschuldner“ oder aber „Reverse-Charge Verfahren- Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ auf keiner Rechnung fehlen darf! Zusätzlich ist es nötig, die sogenannte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beim Kunden im Ausland zu erfragen, da eine Verbuchung der Ausgangsrechnung ansonsten nicht möglich ist.

Wenn der ausländische Kunde keine Umsatzsteuer-Identifikation hat bzw. diese nicht mitteilt

Viele Unternehmer stehen jedoch vor einem großen Problem bzw. sind ratlos, wenn der ausländische Kunde seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Wikipedia) nicht mitteilt oder aber auch gar keine hat. In der Tat ist das insofern problematisch, da die deutschen Finanzbehörden in diesen Fällen nicht von einer Erstattung der Umsatzsteuer absehen werden – und zwar vom Leistungserbringer, also dem deutschen Unternehmen. Von daher ist es in den Fällen, wo das bezogene ausländische Unternehmen keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mitteilt, wichtig, dass die Rechnung mit dem regulären Steuersatz (7 Prozent oder 19 Prozent) ausgestellt wird.

Das Vorsteuervergütungsverfahren holt die Vorsteuer zurück

Grundsätzlich ist es nicht möglich und nicht erlaubt, für die im Ausland gezahlte Umsatzsteuer eine Rückerstattung zu bekommen. Eine Rückerstattung ist nur dann möglich, wenn die Vorsteuer explizit auch im Inland gezahlt wurde. Um jedoch trotzdem in den Genuss dieser Vorsteuererstattung zu kommen, muss der Unternehmer einen Antrag auf Erstattung dieser Vorsteuer stellen. Dieses Prozedere läuft unter der Bezeichnung Vorsteuervergütungsverfahren, da es den inländischen Unternehmen eine Vergütung eben dieser Vorsteuer beschert.

Kleinunternehmer und Mittelständler verzichten besonders häufig

Was in großen Unternehmen in der Regel kein Problem darstellt, ist in kleineren bis mittleren Betrieben häufig jedoch eine nicht unerhebliche Sache. Besonders die Handwerksbetriebe verzichten nicht selten auf die Erstattung der Vorsteuer, da ihnen schlichtweg einfach das Wissen über dieses Prozedere fehlt. In den meisten Fällen handelt es sich um Unternehmen, wo die Buchführung eher stiefmütterlich behandelt wird und die diesbezüglichen Arbeiten auch nur dann ausgeführt werden, wenn das zuständige Finanzamt zur Abgabe der Steuererklärungen mahnt. Es versteht sich von selbst, dass sich hier niemand auch noch in das Vorsteuervergütungsverfahren einlesen möchte.

Kein Geld aus Unwissenheit verschenken

Was für große Unternehmen häufig noch zu verschmerzen ist, ist für andere kleinere oder mittelgroße Unternehmen oftmals aber mit einer erheblichen Einbuße verbunden, die nicht selten auch in die „roten Zahlen“ mündet. Betroffen sind vor allem die Unternehmen, deren Hauptkundenstamm im Ausland sitzt, bzw. die häufig vom internationalen Handel Gebrauch machen.

Hier empfiehlt es sich daher sehr, sich in die Gepflogenheiten des Vorsteuervergütungsverfahrens einzulesen, bzw. einen Steuerberater mit diesen Aufgaben zu betreuen.

Das Steuerrecht unterscheidet sich in den einzelnen Ländern

Beim Vorsteuervergütungsverfahren muss jedoch eines immer Beachtung finden: Jedes Land hat eigene Regeln hinsichtlich des Vorsteuervergütungsverfahrens! Und so ist beispielsweise auch nicht in allen Ländern ein Vorsteuerabzug erlaubt und möglich.

Um einen Vorsteuerabzug geltend machen zu können, ist es daher wichtig, bereits im Vorfeld zu überprüfen, wie das jeweilige Land mit diesem Verfahren umgeht, bzw. ob ein Vorsteuerabzug gewährt werden kann.

Lieferungen in EU-Ländern und in sogenannte Drittstaaten

Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeiten des Binnenmarktes und liefern ihre Produkte gerne ins benachbarte Ausland – in die EU-Staaten. Die meisten dieser EU-Staaten unterhalten eine eigene Erstattungsbehörde, sodass die Vorsteuererstattung hier in der Regel kein Problem darstellt.

Anders verhält es sich jedoch bei den sogenannten Drittländern. Auch hier besteht allerdings vielfach ein Abkommen auf die gegenseitige Erstattung der Vorsteuer.

Insgesamt muss allerdings fast immer mit einem langwierigen Verfahren gerechnet werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht lohnenswert ist, die mögliche Vorsteuererstattung mittels des Vorsteuervergütungsverfahrens geltend zu machen. Wer kein Geld verschenken will, dem sei angeraten, sich Informationen zu diesem Thema einzuholen.

Hier im Portal finden Sie alle wichtigen Hinweise und auch Tipps zum Thema Vorsteuervergütungsverfahren und zur Abzugsfähigkeit bei den einzelnen Staaten!

My Google+ profile

andere Nutzer suchten nach:

  • ust id ausland fehlt
  • vorsteuervergütungsverfahren wikipedia
  • denmark return of vat paid abroad
  • vorsteuerabzugsverfahren luxemburg
  • wann ist eine vorsteuerrückerstattung möglich

Einen Kommentar hinterlassen

  

  

  

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Steuervorteile mit der Rürup Rente nutzen

Nicht nur über das Vorsteuerabzugsverfahren kann man als Selbstständiger die Summen verringern, die an den Fiskus abgeführt werden müssen. Auch...

Schließen